Was ist Rosin

Rosin ist die Bezeichnung für Konzentrat, das ausschließlich durch heiße Pressen gewonnen wird. Bei der Herstellung werden keine Lösungsmittel verwendet. Weitere Arbeitsschritte zur Reinigung sind daher nicht notwendig. Das ausgepresste Harz kann praktisch sofort nach dem Pressen konsumiert werden. Eigentlich heißt Rosin - oder Resin - beide Schreibweisen sind möglich, wörtlich übersetzt Harz oder Kolophonium. Der Begriff Rosin aber hat sich durchgesetzt als Bezeichnung für lösungsmittelfreie Kräuterextrakt zum Dabben, die nur durch Pressen aus der Pflanze gewonnen werden.

Dabs mit Rosin Tech zu gewinnen, ist die Methode der Wahl für die Herstellung kleinster Mengen zu Hause. Ursprünglich wurde die Technik als eine Notlösung mit einem einfachen Glätteisen entwickelt. Aber auch bei der professionellen Produktion medizinischer Pflanzenharze ist Rosin Tech inzwischen ein etabliertes Verfahren.

Rosin Tech mit dem Glätteisen

Um selbst zu Hause Rosin zum Dabben zu pressen, braucht man, wie schon erwähnt, eben nur ein Glätteisen und ein Stück Pergamentpapier mit schwach haftender Oberfläche. Um Dabs zu pressen, wird eine kleine Menge möglichst harzreicher Kräuter zwischen das gefaltete Pergament gelegt und im heißen Glätteisen ausgepresst. Rund um die Knolle setzt sich das Harz auf dem Pergament ab und kann gesammelt und praktisch sofort, ohne weitere Reinigung verwendet werden.

Für die gelegentliche Veredelung von Kräutern ist das vollkommen ausreichend. Dieses Verfahren mit haushaltsüblichen Hilfsmitteln stößt aber natürlich an gewisse Grenzen. Um den notwendigen Druck zu erzeugen, muss man sich im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich reinhängen. Es gilt, das Glätteisen mit dem vollen Körpergewicht zu drücken, bis das Konzentrat die Kräuter mit hörbarem Zischen verlässt. Das geht durchaus auch mit handelsüblichen Glätteisen aus dem Drogeriemarkt, diese sind aber nicht wirklich für diesen Zweck ausgelegt. Die Heizplatten sind schmal und mit halbrunder Oberfläche nicht gut dazu geeignet, gezielt starken Druck auszuüben. Wesentlich Besser zu handhaben sind da speziell für Rosin Tech gefertigte Eisen mit breiten Schaufeln, wie unser Glätteisen von OIL Black Leaf. Die breiten Heizplatten verteilen den Druck besser und bieten außerdem eine stabilere Auflagefläche, so dass man beim Pressen nicht abrutschen kann.

Generell kann ein handbetriebenes Glätteisen eine Portion Kräuter nicht in einem Durchgang vollständig extrahieren. Das Pressen wird in der Regel bis zu drei Mal wiederholt, dazu werden jeweils andere Stellen des Pergamentpapiers benutzt.

Frisch gepresste Terpene

Entscheidend beim Rosin-Pressen ist das Verhältnis von Druck und Temperatur. Das variiert je nach verwendetem Kräuter-Rohstoff und muss in jeder Konstellation selbst ermittelt werden. Ein gutes Extrakt aber sollte möglichst viel aromatische Terpene enthalten. Diese verflüchtigen sich jedoch bei Hitze schnell. Beim Handpressen nun ist man hinsichtlich des Drucks beschränkt. Ein Mensch kann eben kaum sein komplettes, eigenes Körpergewicht auf das Glätteisen bringen. Diese limitierte Druckstärke muss mit mehr Hitze ausgeglichen werden. Normalerweise wird mit dem Glätteisen in Bereichen um 160° Celsius gearbeitet. Ein schwererer Mensch erzielt bessere Ergebnisse, denn bei mehr Druck kann die Temperatur herunter geregelt werden. Beim Handpressen gehen aber immer etwas Terpene verloren. Trotzdem erzielt man für den Eigenbedarf aber ein gutes und vor allem immer äußerst frisches Produkt. Lösungsmittelfrei gepresstes Rosin kann auch aus dem Glätteisen ein sehr komplexes Terpenprofil haben.

Bags & Papers

Das Pressen von Rosin kann durch Hilfsmittel optimiert werden. Einfaches Backpapier funktioniert auch, aber mit stabilem Papier mit spezieller Beschichtung kann man sich die Arbeit wesentlich erleichtern. Die Qualität des Dabs verbessern sogenannte Rosin Bags. Das sind feine Siebe aus hitzebeständigem Kunststoff, die schon fertige als Filtertüten erhältlich sind oder als Bögen, die gefaltet und vernäht werden können. Diese filtern das ausgepresste Harz und halten das Pflanzenmatieral zusammen, damit sich der Druck gleichmäßig verteilen kann und die Extraktion nachhaltig erfolgt. Rosin Bags gibt es in verschiedenen Maschenweiten, bezeichnet in Micron oder Mikrometer, um je nach Material immer optimale Ergebnisse zu erzielen.

Für die anschließende Ernte vom Pergament empfehlen wir unsere Spatel und Silikonwerkzeuge. Unterlegmatten aus Silikon sind immer praktisch, wenn mit harzigen Pflanzenextrakt gearbeitet wird. Auch für die Aufbewahrung sollte auf Dosen aus Silikon oder speziell beschichtetes Packpapier zurückgegriffen werden.

Feine Pollen

Zwingend Notwendig ist die Verwendung von Filtertüten beim Pressen von gesiebtem Harzstaub, den sogenannten Pollen. Derart verfeinerter Rohstoff wird gern von professionellen Herstellern benutzt, die ausreichend Pflanzenmaterial zur Verfügung haben. Aber Harzstaub ist auch für Rosin Tech mit dem Glätteisen sehr gut geeignet, da mit weniger Druck gearbeitet werden muss. Die Ausbeute ist dabei sehr hoch und in der Regel auch sehr rein, da die Pollen ja schon konzentrierter Wirkstoff sind, der durch das Pressen noch einmal veredelt wird. Pollen müssen doppelt in sehr feinmaschige Bags eingenäht und dann vor dem Pressen leicht vorgewärmt werden.

Rosin Tech für Profis

Rosin Tech ist also weit mehr als eine Notlösung. Die Methode hat sich auch bei professionellen Herstellern etabliert. Hier wird mit industriellen Pressen gearbeitet, die mehrere Tonnen Druck ausüben können und fein einstellbar sind. Das Pflanzenmaterial wird zum Pressen immer in Bags eingenähnt oder zu einem Block vorgepresst, damit die Maschine gleichmäßig arbeiten kann. Bei einer solchen Ausrüstung wird mit Temperaturen um 100° C und niedriger gearbeitet. Das Produkt ist dementsprechend hochwertig und reich an Terpenen. Solche Pressen sind auch für unter 1000 Euro erhältlich und für Kleingärtner durchaus empfehlenswer.t

Welche Methode zur Extraktion hochwertiger Dabs nun die beste ist, scheint auch eine Glaubensfrage zu sein. Butan etwa lässt sich durch korrekte Nachbehandlung ziemlich gut aus dem Extrakt entfernen. Über die Schädlichkeit von Rückständen und notwendige Grenzwerte liegen einfach noch keine belastbaren Daten vor, denn der Markt für legale Kräuterextrakte ist noch sehr jung und regional beschränkt. Ob nun Butan schädlich ist, oder doch die Explosionsgefahr dem Ruf der Branche schaden, darüber braucht man sich keine Gedanken zu machen, wenn man Rosin presst. Denn Rosin Tech kommt völlig ohne Lösungsmittel aus und bringt genauso gut wie andere Verfahren den vollen Kräutergeschmack auf den Nail.