Dabbing-Blog

Dabbing in Bezug auf unsere Umwelt

von Lukas Ehmer - 17 Aug, 2019

Dabbing in Bezug auf unsere Umwelt

Damit wir unsere Dabs genießen können, muss der Grundbaustein dafür natürlich erst mal angebaut werden. Und wenn wir uns den Boom der letzten Jahre anschauen, dann wird schnell klar, da wird eine Menge benötigt, um all die hungrigen Mäuler zu stopfen. Vor allem in den USA, wo die Legalisierung immer weiter voranschreitet, sind die Zahlen, was die Menge und vor allem den Energieverbrauch betrifft, erschreckend. Aber nicht nur der vermehrte Anbau in den USA stellt ein Problem für die Umwelt dar.

Zu hoher Energieverbrauch mit fatalen Folgen für das Klima

Im US-Bundestaat Kalifornien ist der Konsum von Blüten und Extrakten zum medizinischen Gebrauch bereits seit 1996 legal, während der private Besitz kleiner Mengen bisher als Ordnungswidrigkeit galt. Dementsprechend wuchs in Kalifornien auch die Nachfrage, was dazu führte, dass sich die Anbauflächen über die Jahre deutlich vergrößerten, wobei vor allem die Indoor-Plantagen über einen enorm hohen Energieverbrauch verfügen und somit zunehmend die Umwelt belasten. Die Klimabilanz dazu weist erschreckende zahlen auf. Laut einer Studie aus dem Jahr 2012, welche im Elsevier-Magazin veröffentlich wurde, werden beim Anbau von einem Kilo über viereinhalb Tonnen CO2 ausgestoßen. Das entspricht der Menge CO2, welche bei einem Flug von Deutschland in den Kolumbianischen Regenwald ausgestoßen wird.

Es ist aber nicht nur der hohe CO2-Austoß, welcher unsere Umwelt und somit das Klima belastet. Die Pflanze, aus welchen unsere Dabs gewonnen werden, wird oft in großen Kellerräumen oder Gewächshäusern angebaut. Das Problem dabei ist der enorm hohe Energieverbrauch. Sowohl die Gewächshäuser als auch die Räume in welchen die Pflanzen angebaut werden, sind im Regelfall mit einem Hightech-System ausgestattet, welches über Hochleistungslüfter, Wärmelampen und automatische Bewässerungssysteme verfügt. Der Stromverbrauch für diese Anlagen ist enorm. So verbraucht beispielsweise eine Anbaufläche von etwa 30x30 cm in den USA rund viermal so viel Strom wie dieselbe Fläche in einem Krankenhaus oder 8-mal so viel wie ein Gewerbegebäude.

Der hohe Energieverbrauch hat zur Folge, dass gewaltige Mengen an Treibhausgasemissionen in unsere Atmosphäre gelangen, was den Anstieg der globalen Temperatur nach sich zieht. Darüber hinaus sind die entstehenden Luftschadstoffe für Versauerung und Eutrophierung in unserem Ökosystem verantwortlich und stellen eine gesundheitliche Gefahr für Mensch und Tier dar.

Im Westen der USA wird das Wasser knapp

Die USA ist der Vorreiter, wenn es um die Legalisierung der beliebten Pflanze geht. Der US-Bundesstaat Kalifornien ist mit Abstand das größte Land in den Staaten und hat den Konsum seid dem 1. Januar 2018 auch zum freizeitlichen Gebrauch legalisiert. Das klingt im ersten Moment natürlich fantastisch. Das Problem dabei liegt jedoch im enorm hohen Verbrauch der vorliegenden Wasserreserven. Die Wissenschaftler Mary E. Power von der University of California in Berkeley in "BioScience" und Scott Bauer vom California Department of Fish and Wildlife in "PLoS One" haben festgestellt, dass vor allem illegale Plantagen, welche sich inmitten irgendwelcher Wälder Nordkaliforniens befinden, einen immensen Wasserverbrauch aufweisen. Bei der Studie haben die Wissenschaftler mittels Satellitenbilder und Untersuchungen des Bodens die ungefähre Gesamtgröße der Plantagen ermittelt, um diese Daten dann in Relation mit dem gemessenen Wasserbedarf der Pflanzen zu setzen.

Das Ergebnis: Selbst bei vorsichtiger Berechnung, wird damit gerechnet, dass die künstliche Bewässerung der Anlagen bis zu 3 Milliarden Liter pro Quadratkilometer und Saison verbraucht. Das ist doppelt so viel, wie der Weinanbau benötigt. Fatale Folgen hat das für umliegende Gewässer, welche dadurch mindestens ein Viertel ihrer Kapazität einbüßen müssen, worunter wiederum die darin lebenden Lebewesen leiden.

Darüber hinaus werden die Pflanzen in aller Regel ohne ausreichend Schutzmaßnahmen mit Pestiziden behandelt und gedüngt. Diese Chemikalien gelangen anschließend direkt in die umliegende Natur und somit in die Nahrungskette, wo sie sowohl Fisch- und Amphibienarten als auch Fischermarder bedrohen.

Ein weiteres Problem, mit welchem Kalifornien kämpfen muss ist die Wasserknappheit, vor allem im Süden des Landes. Seit einigen Jahren herrscht dort eine schwere Dürre, da es kaum noch Schnee oder Regen gibt. Die Regierung hat daher strenge Wassersparvorgaben erlassen, welche aber alle nichts bringen, wenn im Norden des Landes auf illegalen Plantagen mit dem Wasser umgegangen wird, als wäre es eine unendliche Ressource.

Es kommt auf die Art des Anbaus an

Der industrielle Anbau der Pflanze geschieht meist in Indoor-Anlagen, da diese die perfekten Temperatur- und Lichtbedingungen erfüllen, um ein hochwertiges Produkt zu erhalten. Diese vermeintlich perfekte Umwelt benötigt jedoch eine enorm hohe Menge an Strom. So gibt es Angaben des Stromanbieters Mills aus dem Jahr 2011, wo sich der Stromverbrauch in den USA, auf 6 Billionen US-Dollar belief. Jetzt, wo sich noch mehr Staaten der Legalisierung und des Anbaus der Pflanze angeschlossen haben, kann man also davon ausgehen, dass diese Zahlen exponentiell angestiegen sind. Auch der Wasserverbrauch ist beim Anbauen in Indoor-Anlagen um weiten höher als bei Outdoor-Anlagen.

Leider ist dem Konsumenten in der Regel jedoch feinste Indoor-Qualität lieber. Und genau dieser Umstand ist verantwortlich für das ökologische Chaos, in welchem wir uns gerade befinden. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, dem Indoor-Anbau nachzukommen, ohne die Umwelt dabei unnötig zu belasten. Die Einrichtungen sollten dabei vor allem auf erneuerbare Energien, wie beispielsweise Solarzellen setzen. Darüber hinaus ist es hilfreich, darauf zu achten, dass sämtliche Gerätschaften die aktuellen Bedingungen zum Einsparen von Energie erfüllen. Die umweltfreundlichste Methode ist und bleibt jedoch immer noch der legale Anbau unter freiem Himmel. 

Dabs aus kontrolliertem Bio-Anbau

Für die Konsumenten in den Staaten gibt es beim Einkauf die Möglichkeit auf Bio umzusteigen. Durch den Verzicht auf Pestizide, mineralische Düngemittel oder künstliche Hormone, tragen sie aktiv zur Minimierung der Abwasserbelastung bei. Bioanlagen werden von Ökostromanbietern betrieben, wodurch der durch die Lampen produzierte CO2-Ausstoß von etwa 1,5 t auf 0,11 t reduziert wird.

Die positiven Effekte auf unsere Umwelt sind aber nur einer der Vorteile vom Bio-Anbau hier 4 weitere Vorteile:

1. Höherer Ertrag bei optimalen Anbaubedingungen

2. Höhere Potenz bei optimalen Anbaubedingungen

3. Besserer Geschmack und Aroma

4. Boden ist reich an Microbiome

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