Dabbing-Blog

Konzentrate mit Isopropanol extrahieren

von Lukas Ehmer - 26 Sep, 2017

Mit flüssigen Lösungsmitteln lässt sich schnell und relativ bequem auch aus wenig Pflanzenmaterial ein sehr potentes Wirkstoffkonzentrat extrahieren. Das Lösungsmittel der Wahl ist dabei Isopropanol, auch Isopropyl-Alkohol genannt. Das ist in jeder Apotheke erhältlich, als technisches Reinigungsmittel zum Beispiel. Man sollte 99%iges Isopropanol verwenden. Das Extrakt ist als Hasch-Öl, Grünes Öl, oder auch Rick-Simpson-Öl bekannt. Rick Simpson ist ein Cannabis-Patient, der diese Herstellungsmethode propagiert.

Lösungsmittel und Kräuter sollten zum Extrahieren gefroren sein, zwei Stunden in der Tiefkühltruhe reichen aus. Das grob zerkleinerte Pflanzenmaterial wird dann in einem geeigneten Gefäß mit Lösungsmittel bedeckt und ein bis zwei Minuten umgerührt. Der Materialeinsatz ist denkbar gering, es braucht ungefähr 10 ml Isopropanol pro Gramm Kräuter.

Wenn eine grünliche, Trübe Lösung entstanden ist, werden die Pflanzenreste abgefiltert. Das geht zum Beispiel mit einem Kaffefilter, vorzugsweise aus ungebleichtem Material. Jetzt muss die Flüssigkeit nur noch eingedampft werden, bis das Pflanzenharz übrigbleibt. Praktischerweise verwendet man dafür möglichst flache Gefäße mit großer Oberfläche. Je nach Menge wären Untertassen oder flache Auflaufformen ideal. Das Gefäß sollte außerdem aus einem glatten, stabilen Material, wie Glas, bestehen, da hinterher das äußerst zähe und klebrige Extrakt mit einem Spatel oder einer Rasierklinge abgekratzt werden muss.

Leichter ginge es, wenn man das Gefäß direkt mit PTFE-Sheets auslegt, an denen das Harz nicht haftet. Das sind Kunststofffolien aus Polyfluortetraethylen, auch als Teflon bekannt, resistent gegen Lösungsmittel und bestens für Aufbewahrung und Verarbeitung klebriger Harze geeignet.

Der Siedepunkt von Isopropanol liegt bei 80° C, eine seichte Pfütze verdampft von alleine im Sommer in wenigen Stunden. Durch heiße Wasserbäder kann der Vorgang beschleunigt werden. Wenn man regelmäßig ein kochend heißes Wasserbad nachgießt, ist das Isopropanol auch in weniger als einer Stunde vollständig eingedampft.

Die Dämpfe sind hochentzündlich und wirken beim Einatmen betäubend. Die Substanz ist als Gefahrstoff klassifiziert, gilt aber nicht als giftig. Entsprechend vorsichtig muss man beim Eindampfen vorgehen. Es empfiehlt sich, immer im Freien zu arbeiten.

Größere Mengen Lösung, die das Gefäß mehrere Zentimeter hoch füllen, werden in der Regel aktiv erhitzt, sonst dauert das Verdunsten zu lange. Auch das sollte in jedem Fall im Freien passieren. Rick Simpson benutzt in seinen Videos dazu einen Reiskocher, in dem die Lösung langsam eindampft Davor steht ein laufender Ventilator auf dem Tisch, welcher die Dämpfe, die schwerer sind als Luft, möglichst schnell verwehen soll, damit diese sich auf keinen Fall um die elektrischen Geräte herum sammeln.

Die Wahl der praktischsten und sichersten Methode bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Möglich ist der Einsatz geschlossener Systeme, wie Kondensationskaffemaschinen oder gleich einer Soxhlet-Apparatur, die nicht nur vor freiwerdenden Dämpfen schützen, sondern das Lösungsmittel wieder zurückgewinnen.

Nach dem sich das dicke Harz am Boden des Gefäßes abgesetzt hat sollte es zur Reinigung noch einmal sanft im Wasserbad erhitzt werden, bis es keine Blasen mehr schlägt und anschließend mehrere Stunden trocknen. Dass soll sicherstellen, dass keine Lösungsmittelrückstände im Extrakt zurückbleiben.

Vorteil: Die Methode eignet sich gut, wenn man aus kleinen Mengen Pflanzenmaterial schnell Konzentrat gewinnen möchte. Wer als Patient regelmäßig Kräuterreste aus Vaporizer-Gebrauch sammelt, kann diese mit Isopropanol effektiv recyclen.

Nachteil: das Produkt enthält viel Chlorophyll und schmeckt im Rauch kratzig. Wer eine größere Menge Kräuter extrahieren will, sollte sich vielleicht um die BHO-Methode informieren.